Was ist HDTV?


In diesem Artikel möchten wir Ihnen einen kleinen Wegweiser präsentieren, damit Sie bestens über das Thema HDTV informiert sind und genau wissen - Was ist überhaupt HDTV? Was hat sich duch den Start von HDTV geändert, was benötigen Sie an neuen Geräten, und vor allem - was kostet der Spaß?

Stichtag war der 27.Oktober 2005 – ProSieben HD und Sat.1 HD starten im Rahmen der Mediatage in München ihren Regelbetrieb und strahlen als erste deutsche Fernsehsender ihr reguläres Vollprogramm parallel, zum normalen PAL-Signal, auch in HDTV aus. Hochtechnisch ausgedrückt nennt sich diese Art der Übertragung "Simulcast-Betrieb". Leider, und das war schon recht amüsant, fand der Start fast gänzlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Keinerlei Werbung oder Ankündigungen haben im Vorfeld statt gefunden, und so verwundert es auch nicht, dass der breiten Masse der Bevölkerung der Start von HDTV erst gar nicht aufgefallen ist. Der wahre Grund lag allerdings wo anders – es standen einfach keine der Neuen, für den Empfang dringend benötigten, MPEG4/H.264 fähigen Sat-Receiver zur Verfügung. An dieser Situation hatte sich auch nichts geändert, als am 3. Dezember 2005, nach erneuter Verschiebung, der Bezahlsender Bullet6 Premiere mit ihrem HD-Programm auf Sendung ging - immer noch fehlte es an HDTV geeigneten Sat-Receivern. Zum Glück hat sich die Situation bis heute entspannt und so können mittlerweile Unternehmen wie Humax, Bullet6 Pace oder Bullet6 Philips ihre Sat-Receiver in ausreichenden Stückzahlen liefern.

Start geglückt!








Bayerns Mininsterpräsident Edmund Stoiber drückt am 27.Oktober 2005 den Knopf und katapultiert Deutschland in ein neues Zeitalter
- HDTV ist endlich gestartet und für jeden frei Empfangbar -Bullet6 


Livestream nach dem Start


Nach dem Start - der Livestream über einen HD Studio-MonitorBullet6 

Neben ProSieben HD und Sat.1 HD stellt Premiere, heute Namentlich in Sky geändert, ihren Kunden weitere unterschiedliche HD-Kanäle zur Verfügung. Die HD-Kanäle müssen allerdings im Abo gebucht werden.


Für die aktuellen Abopreise von Premiere, heute Sky, besuchen Sie bitte die offizielle Bullet6 Homepage

Das Programm von ProSieben HD und Sat.1 HD wiederum besteht nicht wie bei Premiere aus einzelnen Themenbereichen, sondern aus dem kompletten Vollprogramm, also dem gleichen Inhalt, der auch über die normalen Sender zu sehen ist. Mittlerweile werden auf Pro 7 HD Filme und Serien, so weit sie in einem anamorphen 16:9-Format vorliegen, auch in diesem gesendet. Für weiteres Hintergrundwissen, wie diese beiden Kanäle senden, empfehlen wir den folgenden Artikel - Bullet6 Wie sendet Sat.1 und Pro 7 in HDTV?

Ein weiterer frei empfangbarer Sender, der seit dem 17. Mai.2006 auf Sendung ist, und seine Sendungen ausschließlich in HD austrahlt, ist Bullet6 Anixe HD. Für weitere Informationen über den Sender besuchen Sie bitte den unten stehenden Link.


Zur offiziellen Homepage von Bullet6 Anixe HD

Neben den bereits erwähnten HD-Kanälen strahlt der Satellitenbetreiber SES ASTRA weitere frei empfangbaren HD-Demokanäle aus, die Nonstop, rund um die Uhr, eine Art Demoschleife, aus sich immer wiederholenden unterschiedlichen HD-Trailer, sendet.

Die Empfangsparameter der einzelnen Kanäle finden Sie am Ende des Artikels.


Wie wird gesendet und warum werden neue Empfänger benötigt?

Alle der erwähnten HD-Kanäle werden im Neuen MPEG 4/AVC- alias H.264 Format, in einer Auflösung von 1920x1080 Bildpunkten, im „interlaced“ Zeilensprungverfahren übertragen, also in 1080i.

Auflösungsvorteil von HDTV

  • 1080p (Progressives Signal) – 1920x1080 mit 2.073.600 Pixel im 16:9 Bildseitenverhältnis
  • 1080i (Interlaced Signal) – 1920x1080 mit 2.073.600 Pixel im 16:9 Bildseitenverhältnis
  • 720p (Progressives Signal) – 1280x720 mit 921.600 Pixel im 16:9 Bildseitenverhältnis
  • PAL (Interlaced Signal) - 720x576 mit 414.720 Pixel im 4:3 oder 16:9 Bildseitenverhältnis (das PAL-Format wird auch oft als 576i oder 576p bezeichnet)

Das kleine "p" (progressives Signal) steht für die Übertragung in Vollbildern und das kleine "i" (interlaced Signal) für die Übertragung in Halbbildern, so wie es seit Jahrzenten auch bei der PAL-Übertragung statt findet.

Der Grund, für die Übertragung von HD-Signalen auf ein neues Übertragungsverfahren zu setzen, ist recht schnell erklärt: Das ältere MPEG 2 Format, in der auch das derzeitige normale digitale Fernsehsignal übertragen wird, würde für die Übertragung von High Definition Bildern zu viel Bandbreite erfordern. Daher liegt der Vorteil des neuen Verfahrens auf der Hand – durch die höhere Effizienz des MPEG 4 Formates, kann bei der Übertragung Bandbreite eingespart werden, und das dieses im Interesse der Fernsehanstalten liegt, wird spätestens dann klar, wenn man weiß, dass der Satellitenbetreiber SES Astra über die übertragene Bandbreite mit den Fernsehanstalten abrechnet.

Da der neue H.264 Codec besser auf das menschliche Auge abgestimmt ist und auch höher, bei gleicher Bildqualität bis zu 50 Prozent, komprimiert, kann mit dem neuen Übertragungsverfahren auch bis zu 50 Prozent an kosten gespart werden. Das ältere MPEG 2 Verfahren, was z. B. auch bei normalen DVD-Filmen zum Einsatz kommt, benötigt für ein Bild, in einer sehr guten Bildqualität, eine Bitrate von ca. 6-8 Mbit/s - im Neuen MPEG 4/AVC Format reicht dagegen bereits eine Bitrate von ca. 3-4 Mbit/s, um eine annährend gleiche Bildqualität zu erreichen. Für ein HDTV-Signal bedeutet das - ein hochwertiger HD-1080i / MPEG 2 Satellitenstream, würde eine Bandbreite von ca. 16-20 MBit/s benötigen - im MPEG 4/AVC Format sind dagegen lediglich 8-10 MBit/s notwendig. Aus diesen genannten Gründen wird für alle Kunden, die an HDTV ihr Interesse bekunden, auch eine Neuanschaffung eines Sat-Empfängers notwenig, da alle auf MPEG 2 basierenden Empfänger die Daten nicht verarbeiten können.

Welche neuen Geräte Sie benötigen?

Das neue Fernsehvergnügen erfordert natürlich nicht nur Sender, die auch in HD ausstrahlen, sondern auch eine ganze Heerschar von neuen Gerätschaften. Natürlich ist neben einem HDTV geeigeneten Sat- oder Kabel-Receiver auch ein neuer Fernseher, der auch die HD-Spezifikation erfüllen sollte, die erste Voraussetzung. Als Anhalt dient Ihnen das „HD ready“ Gütesiegel.

Das "HD ready" Logo und was es bedeutet

1. Bildschirm / Bildschirmantrieb
Der Bildschirm muss vertikal 720 physikalische Bildpunkte im Breitseitenverhältnis 16:9 darstellen können.

2. Videoeingänge
- Analoger YUV (YPbPr) Komponenteneingang
- DVI oder Bullet6 HDMI Eingang mit HDCP-Kopierschutz

3. HD-Auflösungen
- 1280x720 in 50 und 60 Hz Progressive („720p“)
- 1920x1080 in 50 und 60 Hz Interlaced („1080i“)

Fehlt eines dieser Merkmale, darf der Bildschirm das Logo nicht tragen

Wenn der Bullet6 Beamer, Plasma-, LCD-, Rückprojektions- oder auch Röhrenfernseher mit diesem Logo ausgestattet ist, sind Sie auf der relativ sicheren Seite, auch ein zukunftssicheres Produkt zu erwerben. Leider, und da muss die Industrie in Zukunft genauer drüber nachdenken, wird in den Medien oft die Bedeutung dieses Logos zu sehr in den Vordergrund geschoben. Das Resultat ist eine extreme Verwirrung bei den Kunden. So haben wir es schon sehr oft erlebt, dass sich die Beratung für den Kunden auf das Logo beschränkt. Nach dem Motto – Ja, das Gerät verfügt über das HD ready Logo und kann HDTV darstellen! Natürlich ist diese Aussage so richtig, allerdings, und das gilt es zu bedenken, sagt das Logo rein gar nichts über die Qualität des dargestellten Bildes aus. Daher empfehlen wir, die Bildqualität bereits vor dem Kauf zu überprüfen.

Relativ selten und noch sehr teuer sind Bildschirme mit einer echten nativen HD-Auflösung von 1920x1080 Bildpunkten. Die meisten, der zur Zeit verkauften Bildschirme, verfügen, in Abhängigkeit der Bildschirmdiagonale und Technologie, über eine native Auflösung von 852x480, 1024x768, 1280x720, 1280x768 oder 1366x768 Bildpunkten, die bis auf die 852x480 Auflösung alle für HDTV geeignet sind. Bei den Bildwiederholfrequenzen ist es wichtig, dass der Bildschirm 50 Hertz (PAL-Frequenz / Netzfrequenz) unterstützt, für die HDTV-Übertragung über einen Sat-Receiver ist 60 Hertz keine Vorrausetzung. Die meisten Markengeräte unterstützen allerdings weit mehr Bildwiederholfrequenzen, als die erforderlichen 50 Hertz.

Empfehlung: Wie von der EICTA (Bullet6 Bullet6 www.eicta.org) auch vorgegeben, sollte das Gerät die 50 und 60 Hertz auf jeden Fall supporten, ansonsten darf das Gerät auch nicht das HD ready Logo tragen. Bitte bedenken Sie - die Übertragung findet, wie schon gesagt, bei allen HD-Sendern in einer Auflösung von 1920x1080 Bildpunkten im Interlaced-Verfahren mit 50 Hertz statt, daher muss der Bildschirm das Signal in sein natives Format umrechnen. Spätestens hier trennt sich dann oft die Spreu vom Weizen und der Fernseher muss zeigen, was er kann.

Tipp: Bei Plasmafernseher sollten Sie kein Gerät erwerben, welches noch mit einer NTSC-Auflösung von 852x480 Bildpunkten arbeitet. Hier sind die einzelnen Bildpunkte einfach zu wenig und diese Geräte erfüllen auch nicht die HD ready Vorgaben!


Der Kopierschutz

Einen besonderen Augenmerk sollten Sie auf die digitalen Eingänge am Fernseher richten. Der digitale Eingang muss das Kopierschutzprotokoll „HDCP“ unterstützen. Verfügt Ihr Bildschirm über einen digitalen Eingang ohne „HDCP“, in den meisten Fällen an den älteren Geräten mit DVI-Eingang, wird bei aktivierter HDCP-Ausgabe auch kein Bild dargestellt. An einem Fernseher mit HDMI-Eingang brauchen Sie sich darüber keine Gedanken zu machen, da der digitale HDMI-Eingang HDCP immer unterstützt. Leider führt dieser Umstand dazu, dass bei allen älteren Plasma- und LCD-Bildschirmen, dessen DVI-Eingang ohne HDCP und nur als Computereingang ausgelegt ist, „HDTV“ immer dann außen vorbleiben muss, wenn das Fernsehsignal mit HDCP ausgegeben wird.

Sat.1 HD, ProSieben HD und Bullet6 Anixe HD senden noch ohne HDCP – Bullet6 Premiere teilweise!

Sat.1 HD, ProSieben HD und Anixe HD senden derzeit noch ohne HDCP-Kopierschutz-Flag. Bei Premiere wird derzeit nur der Premiere HD Kanal mit dem HDCP-Flag übertragen. Der Kanal Discovery HD wird ebenfalls ohne HDCP-Flag übertragen. Nur wenn ausdrücklich von den Rechteinhabern verlangt, wird bei großen Blockbustern, also Filmen, auch bei Sat.1 HD, ProSieben HD und Anixe HD ein Flag gesendet. Welcher Kanal wann mit, und wann ohne HDCP-Flag sendet, unterliegt gewissen Schwankungen.

Achtung: Bei einer Übertragung mit HDCP-Flag wird bei den neuen HD Sat-Receivern ausschließlich über dem digitalen Ausgang, also dem HDMI-Ausgang, ein 1080i HD-Signal ausgegeben, an dem analogen Komponentenausgang liegt dann, abhängig vom Receiver, nur noch ein runtergerechnetes PAL-Signal oder sogar gar kein Bild an. Das Erfreuliche daran - wenn kein HDCP-Flag eingesetzt wird, kann auch der Komponentenausgang eines der neuen MPEG 4 Sat-Receiver für die Zuspielung der HD-Signale eingesetzt werden und auch Besitzer älterer Bildschirme, ohne digitalen Eingang, können in den Genuss von HDTV kommen.

Empfang derzeit fast nur über Satellit

Derzeit können Sie die neuen HD-Kanäle fast nur über Satellit empfangen. Die Kabeleinspeisung erfolgt in kleinen Schritten im Laufe der nächsten Zeit. Kontaktieren Sie bitte Ihren lokalen Kabelanbieter für mehr Informationen. Und Achtung: für den Empfang der Premiere HD-Kanäle ist ein von Premiere zertifizierter Sat-Receiver erforderlich – ansonsten bleibt das Bild hier leider dunkel. Einen zertifizierten Sat-Receiver können Sie z. B. auch bei Abschluss eines HD-Abos direkt über Premiere erwerben. Für den Empfang von ProSieben HD, Sat.1 HD und Anixe HD kann jeder beliebige MPEG 4/AVC fähige Sat-Receiver eingesetzt werden, auch die von Premiere zertifizierten. Mit Bullet6 Philips, Humax und Bullet6 Pace stehen hier drei kompetente Hersteller bereit. Mit durchschnittlich 400 Euro sind die neuen Receiver jedoch alles andere als günstig.

Marktübersicht zukünftiger und aktueller MPEG 4/ AVC - H.264 fähiger Sat-Receiver


Humax PR-HD1000 - Bullet6 Bullet6 www.humax-digital.de
Philips DSR9005 - Bullet6 Bullet6 www.philips.de
Pace DS 810 KP - Bullet6 Bullet6 www.pacemicro.com
Homecast HS 5101 CI - Bullet6 Bullet6 www.homecast.de
TechniSat DIGIT HD-S1 - Bullet6 Bullet6 www.technisat.de
Kathrein UFS 900 - Bullet6 Bullet6 www.kathrein.de


Zertifiziert für Premiere HD – der Humax PR-HD1000 der auch als Kabelversion zur Verfügung steht

Falls Sie noch einen älteren, auf MPEG 2 basierenden HD fähigen Sat-Receiver besitzen, können Sie das neue MPEG 4/DVB-S2 Signal nicht empfangen und Sie sind auf den Kauf eines neuen Receivers angewiesen. Dass was Sie meistens unangetastet lassen können, ist ihre Satellitenanlage. Ist Ihre Satellitenanlage bereits auf Astra 19.2 Grad Ost ausgerichtet, können Sie den Parabolspiegel so belassen. Als LNB können sie jeden Beliebigen einsetzen, sofern er für den Empfang von digitalen Satellitensignalen geeignet ist.

Und noch ein Logo!




Um bei dem Kunden die Verwirrung perfekt zu machen, wurde von der EICTA zusätzlich auch ein spezielles Logo, ähnlich zu „HD ready“, ausschließlich für alle Empfänger eingeführt. Dieses Logo soll für HDTV fähige Sat-Receiver und für in Bildschirmen integrierte HDTV-Empfänger vergeben werden.

Die Vorgaben um das Logo tragen zu dürfen sehen hier folgendermaßen aus:

Es müssen MPEG2 und MPEG4/H.264-Videosignale in 720p und 1080i wiedergeben werden können, wobei ausschließlich die 50 Hz-Wiedergabe vorgeschrieben ist.

Die HDTV fähigen Geräte müssen auch mit einem "HD ready" Bildschirm kommunizieren können, also über einen YUV, DVI oder HDMI-Ausgang verfügen. Ebenso ist auch ein digitaler Audioausgang vorgeschrieben, wobei hier neben Toslink auch bereits die Digital-Ton-Wiedergabe über Bullet6 HDMI vorgesehen ist.

Verfügt ein Sat-Receiver oder sogar ein Fernseher mit integriertem Empfänger über dieses Logo, ist er technisch optimal für den HDTV-Empfang vorbereitet.


Zum Ende des Artikel noch die aktuellen Transponderdaten der HD-Kanäle

Bullet6 
- Alle verfügbaren HDTV-Kanäle - inklusive technischer Informationen und Ausleuchtzonen -


Willkommen in der neuen Fernsehwelt wünscht

HDTV-PRAXIS (wf)