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Upscalingwunder oder Seifenblase? Bullet6 Toshiba XD-E500KE Bullet6 DVD-Player im Kurztest

Im Vorfeld wurden viele Wochen, ja schon fast Monate, über den Neuen kommenden Bullet6 Toshiba Bullet6 DVD-Player spekuliert und diskutiert. Vor allen in den einschlägigen Foren gaben sich die User fast euphorisch über das, was da kommen sollte. So wurden fast wöchentlich immer wieder sinnfrei News-Meldungen veröffentlicht, die das Thema immer wieder anstachelten.

In dem neuen Wunderplayer sollte ein Cell-Prozessor zum Einsatz kommen, wie er auch in der Playstation 3 zu finden ist. Über Super High Resolution und annähernde Bullet6 Blu-ray Qualität war die Rede. Nun, Bullet6 Toshiba selber wollte den Vergleich zur Blu-ray Disc zwar nie direkt ziehen und distanzierte sich auch von diesen Aussagen, die Mystik, die aufgebaut wurde, war aber dennoch nicht von schlechten Eltern. Auch wir mussten eine Unterlassungserklärung unterschreiben, die uns eine Veröffentlichung eines Tests oder von Bildern vor dem 28.08.2008 um 15 Uhr untersagte. Gut, Marketing-Gau mäßig wurde der Player dann zwei Wochen vor dem Start der IFA 2008 in den USA vorgestellt, dass die Unterlassungserklärung im Grunde ad absurdum führte, ist das Gerät zum europäischen Modell bis auf die Scartbuchse und ein anderes beleuchtetes Logo an der Front doch baugleich.

Der Player


xde1.jpg


Das Gerät kommt in einem schlichten einfachen Gehäuse zum Kunden. Den USA Toshiba XDE Bullet6 DVD-Player ziert an der Front das XDE-Logo, dem europäischen Modell wurde der Toshiba Schriftzug verpasst – wie gesagt, von hinten beleuchtet, leider nicht ausschaltbar! Die Verarbeitungsqualität ist zwar noch ganz ok, das Gewicht, die Tiefe und das Display des Gerätes werden der Preisklasse allerdings nicht gerecht. Für einen empfohlenen Verkaufspreis von 159 Euro kann man hier schon ein klein wenig mehr erwarten. Die vierstellige Siebensegmentanzeige im 1972er Radiowecker-Retro-Grün zeigt nur rudimentäre Informationen an, die über Bullet6 HDMI ausgegebene Auflösung wird durch von hinten beleuchtete aufgedruckte Ziffern an der Front bewerkstelligt. Die äußeren Abmessungen mit 430 x 50 x 198 mm (B/H/T) lassen es im Grunde nicht zu, ein anderes Gerät auf den Player zu stellen, es kippt hinten einfach runter. Das wäre jedoch im Grunde dringend nötig, da sich der Player mit nur 1,5 kg bei einem Druck auf eine Taste vorne am Gerät leicht nach hinten verschiebt. Einen Kartenleser oder USB-Anschluss sucht man Gerät ebenfalls vergeblich, sie sind schlicht nicht vorhanden.



xde2.jpg
Hinten am Gerät stehen mit HDMI, Komponente, Video, Scart, Stereo analog und coaxial / optisch die üblichen Ausgänge zur Verfügung.

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Das Innere

Wie in der Einleitung beschrieben, die Erwartungen waren groß, die Ernüchterung nach dem Aufschrauben des Gerätes umso größer. Uns lacht lediglich ein Zoran Vaddis 9 mit Zoran HDXtreme 2 Upscaler an, unterstützt von ein paar Speicherbausteinen. Diese Chipkombination von Zoran hat schon ein paar Monate auf dem Buckel und ist weit davon entfernt, nur annähernd die Möglichkeit zu schaffen, ein HD ähnliches Bild aus dem auf einer DVD gespeicherten SD-Material zu zaubern. Es ist einfach ein der Preisklasse entsprechender Upscaler mit guten Qualitäten, wenn die Firmware sauber programmiert wurde - hierzu später mehr.

Update: Da wir einige Nachfragen hatten, ob uns entgangen ist, dass auf der Platine ein extra Chip zu finden ist, der für das Upscaling und die XDE-Bildverbesserer zuständig sein soll, nachfolgend ein kleines Update bzw. Statement. Nun, natürlich ist uns nicht entgangen, dass sich auf der Platine ein Chip mit der Bezeichnung TMU655 befindet – allerdings liegen uns über dieses Bauteil keine konkreten Daten vor. Weder in den Mitteilungen seitens Toshiba noch bei Bauteilherstellern sind derzeit Informationen zu diesem Chip zu bekommen. Es kann durchaus möglich sein, dass dieser Chip über Schaltungen verfügt, die für die von Toshiba als XDE bezeichneten Bildverbesserer zuständig sein können - für das Upscaling ist dieser Chip definitiv nicht zuständig. Falls wir etwas Neues über diesen Chip herausfinden, bringen wir natürlich ein Update. Dass wir von der gebotenen Leistung der Bildverbesserer und des De-Interlacing dennoch nicht zu 100 Prozent überzeugt sind, daran ändert aber auch das vorhanden sein dieses Chips nichts. Die Bildfehler, die wir weiter unten zeigen, kann jeder Interessent zuhause mit einfachen Mitteln nachprüfen, was wir auch ausdrücklich empfehlen. Natürlich, Mann oder Frau schaut zuhause keine Testbilder, dennoch bieten Sie einen guten Anhalt, um Schwachstellen bei der Bildqualität aufzudecken. Die in dem Test eingesetzten Testsequenzen stammen bis auf das Gedeck alle von der Peter Finzel Test-Disc.

Tosh1.jpg



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Die Bildqualität

Wir waren natürlich gespannt, kann man mit einer guten Firmware und gutem PCB doch ein durchaus ansprechendes und gutes DVD-Bild aus den Zoran-Chipsätzen raus holen. Wir reden ab dieser Stelle allerdings bewusst nicht mehr über HD, da der Toshiba ein ganz normaler DVD-Player mit Upscaler ist – der ständige Vergleich mit HD-Bildern wäre hier vollkommen unangebracht und ungerecht, weil damit hat der Player nun mal leider überhaupt nichts gemein. Die von Toshiba auf XDE (eXtended Detail Enhancement) getauften Bildverbesserer sind im Setup-Menü begrenzt auf drei Auswahlmöglichkeiten. Es kann ausgewählt werden zwischen „Scharf“, „Farbe“ und „Kontrast“, wobei die Schärfenanhebung auch bei „Farbe“ und „Kontrast“ aktiviert wird. Von den drei Modi kann leider immer nur einer gewählt werden, zusätzlich stehen die Bildverbesserer auch nur über HDMI und bei einer Auflösung von 1080i/p zur Verfügung, bei 480p/576p und 720p können sie gar nicht erst eingeschaltet werden, über Scart leider auch nicht. Das komplette Setup-Menü ist Zoran Standardkost, noch nicht mal eine Personalisierung hat Toshiba vorgenommen, die bei Zoran-Chipsätzen im Grunde sehr einfach zu bewerkstelligen ist. Leider fehlt im Setup auch ein Eintrag für den Film-Mode, um diesen fest einstellen zu können. So zeigt sich im Test dann leider auch, dass der Player weder den Flag auf einer Disc auslesen kann, noch adaptiv den Datenstrom untersucht. Das Resultat ist Kanten- und Zeilenflimmern, da die Bilder von einer DVD nicht korrekt zusammengesetzt werden. Bei einem Gerät, das im Vorfeld so mystifiziert wurde, darf man nun doch etwas mehr erwarten. Auch die drei Bildverbesserer machen im Grunde nicht mehr, als etwas die Schärfe, den Kontrast und die Farbe anzuheben – von HD, um es noch mal anzusprechen, sind wir hier aber Meilen von entfernt. Das beste Bild und natürlichste Bild wurde dann dargestellt, wenn alle Bildverbesserer abgeschaltet wurden. Die nachfolgende Bilder können den Effekt der einzelnen Einstellungen natürlich nicht 100 Prozent akkurat wiedergeben und dienen nur zum Anhalt. Unterschiede sind sehr wohl auszumachen.


aus.jpg
Die Standardeinstellung ist „Aus“ – sie liefert das beste Bild.

scharf.jpg
Die Einstellung „Scharf“ zeichnet das Bild ein ganzes Stück schärfer. Hier kommt es aber auch zu leichten Doppelkonturen.

farbe.jpg
Bei der Einstellung „Farbe“ werden einfach die Farbanteile angehoben, den gleiche Effekt konnten wir auch dann erreichen, wenn am Bildschirm einfach die Farbe erhöht wurde.

kontrast.jpg
Von der Einstellung „Kontrast“ sollte gar ganz Abstand gehalten werden, hier kommt es leider zu groben Bildverfälschungen und Videowertverschiebungen.

Nachtrag: Die folgenden drei Testbilder sind Bewegtbilder und keine Standbilder! Auf dem Bildschirm sehen die Fehler in der Bewegung wie abgebildet aus.

pfp-klein.jpg
Progressive Flags auf DVDs kann der Player leider nicht erkennen – der Effekt sind unschöne Kantenausfransungen. Die zittrigen Linien und Schwünge wie im Testbild sind genau so auf dem Bildschirm sichtbar, sie sollten eigentlich gerade sein. Eine Firmware, in der man den Film-Mode fest setzten kann, wäre dringend notwendig (zum Vergößern auf das Bild klicken).


Der Schläger des Tennisspielers beim Progressive-Test zeigt starke Ausfransungen.


Das verschwommene Pendel ist nicht das Problem - die Zahlen und die Schrift im Hintergrund muss klar und deutlich lesbar bleiben, während das Pendel drüber läuft - leider reißen sie Komplett aus.


Schriftzug ohne "Schärfe" im "Setup-Menü" eingeschaltet...


... nach dem die "Schärfe" im "Setup-Menü" aktiviert wurde, tauchen Doppelkonturen auf.

Fazit

In der Summe haben wir uns nicht nur etwas, sondern eine ganze Menge mehr erwartet. Toshiba liefert mit dem XD-E500KE einen Standard DVD-Player ab, der das macht, wofür er konzipiert wurde – DVDs abspielen. Wer einen Standard DVD-Player sucht und das bescheidene De-Interlacing nicht stört, kann zugreifen, wer HD sucht sollte zu einem Blu-ray Player greifen. Hier nur ansatzweise den Vergleich zu einem HD-Player zu ziehen erscheint uns ziemlich realitätsfern, zumal Toshiba z. B. mit dem HD-DVD-Player XE1 gezeigt hat, wo der Hammer in Sachen Upscaling und Bildqualität bei DVDs hängt. Den Kunden mit dem XD-E500 ein HD-Erlebnis zu versprechen, halten wir für Irreführung, man möge uns die ehrlichen Worte verzeihen. Toshiba können wir nur empfehlen, den verlorenen HD-DVD vs. Blu-ray Krieg schnellst möglich zu vergessen und einen Blu-ray Player zu bringen, mit allem anderen schädigt man sich nur selber. Das Toshiba das kann, da sind wir uns sicher!

 




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