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Praxis-Test Praktica DVC 10.1

Kann das gutgehen? Eine HD-Video-Kamera mit Full-HD Aufzeichnung, HDMI-Anschluss und Touchscreen für nichtmals 200 Euro? Wir testen den Preisbrecher der Dresdener Firma Pentacon.

 


 

 

 

Nachdem die Praktica DVC 5.4 in unserem Vergleichstest der Budget-Kameras einen durchaus erwachsenen Eindruck hinterliess, waren wir gespannt auf den Nachfolger aus Dresden, die Praktica DVC 10.1. Für 199 Euro als unverbindliche Preisempfehlung und circa 190 Euro im Internet und einigen Läden stellt die handliche Kamera ein verlockendes Angebot für den Gelegenheitsfilmer dar.

Ausstattung

Die 112,5 x 44,35 x 63,5 mm kleine Kamera hat äußerlich mit ihrer Vorgängerin nichts mehr gemein. Der Verzicht auf Chromfarbene Bauteile und der gebürstete Aludeckel des abklappbaren 16:9 3"-LCD-Displays mit Touchscreen lassen mehr als einen Hauch von Wertigkeit aufkommen. Leider wich der praktische Lamellen-Verschluss des Objektivs einer aufsteckkbaren Kappe, die relativ sinnlose Video-LED-Leuchte wurde komplett eingespart. Das Apple-Videoformat MP4 ist geblieben, in dem Container findet sich eine H.264-Datei, die leicht in eine AVCHD gewandelt werden kann. Vier Video-Auflösungen werden geboten: HQ (1920 x 1080p, 30fps), SP (1280 x 720p, 60fps), LP (1280 x 720p, 30fps) und Web (640 x 480, 30fps). Ein elektronischer Bildstabilisator steht in allen Auflösungen zur Verfügung. Dem 10 Megapixel C-MOS 1/2,3" Aufnahmechip ist ein Objektiv mit fünffachem optischem Zoom (f=6,1 - 30,5mm, das entspricht einer KB-Brennweite von f=35 - 175mm) mit einer Blende von F3,49 im Weitwinkel bis F3,59 im Telebereich vorgesetzt. Elektronisch lässt sich der Zoom auf 10-fach erhöhen. Als Besonderheit nimmt die Kamera in Betriebsbereitschaft auf Wunsch laufend die letzten drei Sekunden auf (Pre-Rec), so dass kaum ein Schnappschuss mit dieser Timeshift-Funktion entgeht. Aufgezeichnet wird auf optionale SD-Karten mit bis zu 32GB Fassungsvermögen, hier ist die Verwendung von schnellen SDHC-Karten empfohlen.

 

 

Durch die Konfiguration über das Menü mit Touch-Screen sind die restlichen Bedienelemente überschaubar. Neben der rückwärtigen Aufnahmetaste und dem griffgünstig zu erreichenden Zoom-Hebel verbleibt lediglich der Ein/Aus-Schalter, der Knopf für das Pre-Rec, der Auslöser für einen Beleuchtungs-Verstärker für das LCD-Display und der Modus-Schalter.

Etwas unhandliche Stopfen verbergen den Mini-USB, den HDMI-Anschluss und die Strom- sowie die Kombi-Buchse für den analogen AV-Ausgang. Alle Adapter sind beigelegt. Dazu finden sich der 1450mAh-Lithium-Ionnen-Akku und eine separate Ladeschale im Lieferumfang. Praktisch: Eine Kunstledertasche wird mitgeliefert. Auf DVD werden das ausführliche Handbuch und MediaImpression V 1.5.42.419 von ArcSoft.

Die Fotofunktionen der Kamera entsprechen denen einer handelsüblichen Einsteigerkamera. Ein Blitz hilft leidlich bei der Ausleuchtung des Nachts, immerhin ist sogar PictBirgde mit an Board, ein entsprechend ausgestatteter Drucker kann direkt von der Kamera gesteuert werden.

Handhabung

Die Kamera ist schnell in Betriebsbereitschaft gebracht: Den Akku einlegen, eine SDHC-Karte - wir verwendeten eine Verbatim 4 GB Class6 - und schon kann es losgehen. Nach Formatierung in der Kamera zeiogt uns das Display mit der 4 GB-Karte eine Videoaufnahmezeit von 43 Minuten in der höchsten Auflösung an - das verspricht eine relativ geringe Komprimierierung und eine für die Preisklasse hohe Datenrate. Ein Finger-Tipp auf den Bildschirm öffnet das Setup-Menü, Deutsch ist als Sprache bereits voreingestellt.

 

 

 

Der HDMI-Anschluss kann bis zu 1080i ausgeben.

 

Das Setup ist übersichtlich, gut übersetzt und lässt für die Preisklasse sehr viele Einstellungsmöglichkeiten zu. Neben dem Setup steht ein ein Video-relevanter Bereich zur Verfügung:

Mit "Windschnitt" können tiefe Frequenzen gekappt werden, um Störgeräusche bei zügigem Wind zu vermeiden

 

Neben dem Video- und Setup-Menü können Szenen-Voreinstellungen und Überblend-Variationen fixiert werden.

 

Der Aufnahmeknopf und die Zoom-Wippe sind sowahl mit großen, wie mit kleinen Händen sehr gut zu erreichen. Der Aufnahmeknopf hat ein guten Druckpunkt und reagiert sofort. Die Zoom-Wippe ermöglicht ein präzises heranfahren, reagiert nicht zu leicht oder zu schwergängig und vor allem lautlos. Ein wenig unpraktisch gestaltet sich der Betrieb über das Touch-Display, es sind immer zwei Hände zur Bedienung von Nöten. Ungünstig: Das Stativgewinde ist lediglich aus Plastik. Das 3 Zoll LCD-Display ist trotz Touch-Screen sehr hell und scharf, der Booster auf Knopfdruck erfüllt seinen Zweck bei hoher Umgebungsbeleuchtung. Bei heller LCD-Beleuchtung sind mit dem serienmässigen Akku ungefähr 80 Minuten Aufnahmezeit zu realisieren.

Bild- und Tonqualität

Durch die durchaus annehmbare Bild-Qualität in unserem Budget-Cam-Vergleichstest in der HDTV-PRAXIS 3/09 liegt für die neue Prakica die Messlatte ziemlich hoch. Der Autofokus ist zwar nicht der allerschnellste, fixiert aber zuverlässig in jeder Zoom-Stufe und bei jeder Beleuchtung. Das Bild bei 1920 x 1080 zeigt sich erstaunlich scharf, sehr farbneutral selbst in Innenräumen mit Kunstbeleuchtung. Die geringe Frame-Rate von 30 Bildern per Sekunde wirkt sich längst nicht derart durch ruckelnde Bilder aus wie noch beim Test der Kameras in der HDTV-PRAXIS 3/10, allerdings arbeitet der elektronische Verwacklungs-Schutz weniger effektiv als bei 1280 x 720, hier ergeben die 60 Bilder pro Sekunde überdies ein butterweiches Bewegungsbild.

Günstige Kameras bekommen schlechte Lichtverhälnisse meist nicht in den Griff und der Besitzer das Fürchten. War schon die Vorgänger-Kamera DVC 5.4 hierin der Konkurrenz überlegen, zeigt sich die DVC 10.1 fast souverän. Zwar steigt das Rauschen bei sehr dunklen Szenen an, normale Raumsequenzen bei Tageslicht oder mit Raumbeleuchtung werden überraschend sauber mit realistischen Farben abgelichtet.

Eine Aufnahme im Zimmer mit mässiger Außenbeleuchtung bei grauem Himmel...

... und eingeschalteter, warmer Beleuchtung.

Die Kaminaufnahme bei stockdunklem Zimmer. Die Kamera verstärkt das Restlicht, ohne dabei in Rauschen zu zerfliessen.

Also alles bestens? Nicht ganz. Vor allem bei 1920 x 1080 kommt der verbaute C-MOS an seine Grenzen und baut bei Tele-Einstellungen und heftigen Bewegungen in Verbindung mit dem Bildstabilisator massive Rolling-Shutter-Störungen ein. Ein C-MOS-Bildwandler verarbeitet die Informationen zeilenweise. Solange das Bild still steht, funktioniert das Prinzip fehlerfrei, sobald Bewegung ins Spiel kommt, können langsame C-MOS-Bausteine Bildfehler verursachen, denn während oben auf dem Chip das Bild aufbaut, kann sich durch die Bewegung der Kamera das Ende der Aufzeichnung auf dem Bildwandler verschoben haben. So kann aus einem geraden Fahnenmast im ungünstigsten Fall eine Diagonale werden. Bei Camcordern bekommt das Bild einen Wackelpudding-Effekt, die unteren Bildteile werden hinterhergezogen und wabern dabei. Gefördert wird der sogenannte „Jelly“ oder „Wobble“ Effekt durch hohe Tele-Brennweiten und vor allem durch elektronische Hilfen gegen das Verwackeln. Bei 1280 x 720 ist dieser Effekt bei der DVC 10.1 wesentlich schwieriger zu provozieren.

Erstaunlich sind die Datenraten des Kamera-Zwerges: Bei 1920 x 1080 ergeben sich 10 - 13 Kb/s, bei 1280 x 720/60fps immerhin noch 9 - 11 Kb/s. Sicherlich ein Grund für die gute Bildqualität, die in dieser Preisklasse erst einmal realisiert werden muss.

Der Ton ist ok, der Windfilter allerdings wenig effektiv. Leider lässt sich kein externes Mikrofon anschliessen.

Die Bildqualität über den HDMI-Ausgang ist durchaus brauchbar, wenn auch nicht mit dem Bild einer AVCHD in einem gutem Blu-ray-Player vergleichbar.

HDTV-PRAXIS FAZIT
Hobbyfilmer mögen über die günstige Praktica DVC 10.1 schmunzeln, dem Gelegenheitsfilmer erfüllt sie durchaus ihren Zweck. Das solide verarbeitete Gerät bietet ein vergleichsweise gutes Bild, ohne mit Hochpreis-Kameras konkurrieren zu können, die mit aufwändigeren Objektiven und wesentlich höheren Zoom-Faktoren glänzen. Das kleine Gerät erfüllt für wenig Geld Video-Kamera-Träume in einer Auflösung und Bedienungsfreundlichkeit, die noch vor ein paar Jahren unerschwinglich waren. Bei 1920 x 1080 ergeben sich mit dem Rolling Shutter und der wenig effektiv arbeitenden Bildstabilisierung zwei Stolpersteine, die bei 1280 x 720 / 60fps fast keine Rolle mehr spielen. Insgesamt eine gelungene Leistung des Gerätes der Dredener Pentacon, die unseren HDTV-PRAXIS Kauf-Tipp rechtfertigt.

Praktica DVC 10.1

Pluspunkte
+ gutes Bild
+ guter LCD-Monitor
+ gute Verarbeitung
+ aufgeräumte Einstellungen
+ hohe Video-Datenrate

Minuspunkte
- Rolling Shutter bei 1920 x 1080
- Bildstabilisator bei 1920 x 1080 wenig wirksam
- geringer optischer Zoom-Faktor

 




Weblinks:
Bullet6 www.praktica.de/

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Wissenswertes
Was bedeutet
"HD-ready" und "HD-ready 1080p"?




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