Die Aufstellung
Die Aufstellung bedarf, bei Lautsprechersystemen ganz allgemein und bei dem Concept R im Besonderen, ausführlicher und geduldiger Sorgfalt. Nach einigen Versuchen beschlossen wir die Anbringung des Center-Lautsprechers an der Wand über den Testdisplays. Dies ergab die natürlichste Wiedergabe der so wichtigen Mitten. Auch die Säulen stellten wir nicht auf Höhe des Displays, sondern direkt an die Wand, ohne sie zum Hörplatz zu drehen. Die hinteren Surround-Säulen drehten wir ganz leicht um ca 20° in Richtung der Hörposition.
Der Subwoofer sollte zwischen den vorderen Säulen plaziert werden. Rückt er zu nah in eine Raumecke, empfiehlt sich die 180° Phasendrehung. Hier bleiben dem User eingehende eigene Tests nicht erspart. Teufel empfiehlt eine Übergangsfrequenz von 100-200Hz. Wir haben in unseren Räumlichkeiten eine optimale Übergabe bei 120Hz ermittelt. Ist der AV-Receiver dazu in der Lage, empfiehlt es sich in jedem Fall, ihn die Arbeit übernehmen zu lassen und per maximaler Einstellung der Übergabefrequenz am Woofer diesen dabei aus dem Rennen zu nehmen. Die Aufstellung in zwei verschiedenen Räumen zeigte, bei Durchmessungen der Frequenzbereiche, einen räumlich bedingten, unterschiedlichen Abfall der Mitten der Säulen zwischen 150 und 120 Hz. Hier ist Ausprobieren der Übergangsfrequenz angesagt.
So penibel die Conzept R bei der Aufstellung ist, so unproblemtisch scheint die Wahl des AV-Receivers. Wir entschlossen uns zu einem Mittelklasse-Receiver von Marantz als Zuspielpartner. Die Einpegelung erledigten wir von Hand. Auch hier empfiehlt sich wieder ausserordentliche Akrebie. Optimalerweise sollten die Lautsprechersysteme ca. 10 Stunden vor den endgültigen Einstellungen "eingerauscht" werden. Durch diese Dauerbelastung werden die Sicken weich und beweglich, der Klang verändert sich leicht.
Der Klang
Vergessen wir mal den Preis der Kombination. Machen wir uns wirklich frei von diesen 345¤, die Teufel von uns verlangt. Das Klangvermögen des Sets wäre auch bei vierfachem Preis einfach nur erstaunlich. In der Grundtendenz tönt Conzept R sehr analytisch. Nichts bleibt verborgen, die kleinste Unreinheit oder Phasendrehung beim Mastering wird schonungslos offengelegt. Aber fangen wir von vorn an:
Ein 5.1 Boxenset wird im allgemeinen zur Komplettierung der Heimkinoanlage in diese integriert, um entsprechende 5.1 Filme originalgetreu ins heimische Wohnzimmer zu transferieren. Die Erzählerin bei "Herr der Ringe - die Gefährten" vermischt sich gern mal mit den intensiven Hintergrundgeräuschen. Nicht so beim Conzept R. Stets sehr verständlich und klar, von der Positionierung ca. 1m vor dem Display, umgeben von klar differenzierten und teils wuchtigen Hintergrundgeräuschen. Klasse. Hier zeigte sich schon ein grosser Vorteil des Systems: Die exakte Plazierung des Geschehens im Raum. So liessen wir die japanischen Angriffsflugzeuge aus "Pearl Harbour" durch den Raum toben. Jetzt zeigte sich, das der Subwoofer nicht nur gewaltig aussieht. Concept R legte gar mächtig los und lies eine ausgeprägte Fähigkeit zur Dynamik erkennen, ohne je aufdringlich zu wirken. Der erreichbare Maximalpegel reicht dabei, gerade in Räumen bis 25 qm, fast bis an die Schmerzgrenze.
Vier 7 cm Mitteltöner pro Lautsprecher ergeben eine beträchtliche Membranfläche, die aufgrund der Aufteilung auf jeweils 4 Chassis entsprechend schnell bleibt. So verwundert es nicht, das die schmalen Säulen den mittleren Grundtonbereich sehr gut rüberbringen. Daraus resultiert eine unaufdringliche, stets präsente Dialogverständlichkeit. Höhen bleiben defiziel, nie aufdringlich, aber auch nicht unterrepräsentiert. Einzig ein wenig mehr Grundtonwärme würden wir uns manchmal wünschen. Gut abgemischte Filme, wie z.B. die Neufassung von "Krieg der Welten" oder "King-Kong", bringen eine, auch für die Nachbarn beängstigende Realitätsnähe mit scheinbar greifbaren Klangillusionen. Die Eingangssequenz von "Der Soldat James Ryan" schliesslich lässt das Hemd des Hörers sichtbar flattern - unglaublich. Dabei klingt Concept R niemals angestrengt. Erst bei Lautstärken jenseits üblicher Hörgepflogenheiten schlägt der Langhuber hörbar an, distanziert in der Maximallautstärke aber manches 1500¤ Set.
Durch die Filmerlebnisse ermutigt, wagten wir uns an die Stereo-Wiedergabe von CDs. Die Säulen sind für einen breiten Abstrahlwinkel der Chassis optimal. Die schmale Bauform mit den abgeflachten Ecken stellt dem Klang keinen nennenswerten Widerstand entgegen, was sich auch bei der Stereo-Wiedergabe bestätigte. Hier kann man Concept R natürlich nicht mit sündhaft teuren Stereo-Lautsprechern vergleichen, aber das Set macht seine Arbeit aussergewöhnlich gut. Dabei sollte man die Abdeckungen tunlichst auf den Lautsprechern belassen. Entfernt man sie, erhält man eine hörbare Präsenz-Erhöhung, hohe Frequenzen wirken dann ein wenig aufdringlich. Das Set schafft es auch im Stereo-Betrieb, das Geschehen greifbar zu staffeln. Der Bass wirkt dabei manchmal in den tiefsten Frequenzen ein wenig überproportioniert. Verglichen mit sündhaft teuren Stereo-Lautsprechern...
Bei der Mehrkanalwiedergabe von SACD und DVD-Audio spielte das Set wieder seine Räumlichkeitsvorteile aus. Besser noch als bei entsprechenden Filmsequenzen war die Staffelung klar differenzierbar, Klangkörper geradezu greifbar. Beeindruckend.
Fazit
Es ist unfassbar, wie es die Lautsprecher-Teufel schaffen, das Concept R zu diesem Preis anzubieten. Es gibt sicherlich Lautsprechersysteme, die noch lebendiger aufspielen und die ein wenig mehr Grundtonwärme aufweisen. Die kosten jedoch alle ein Vielfaches dessen, was man Teufel für das Concept R überweisen muss. Das Concept R kann von der Optik, der Haptik und vor allem beim Klang locker mit viermal so teuren Lautsprechersystemen mithalten. Besonders die Wiedergabe von 5.1 Filmen reisst den Hörer buchstäblich von der Couch. Die analytischen Fähigkeiten des Systems sezieren die Klangkulisse in ihre Einzelheiten und fügen sie zu einem gelungenen Ganzen wieder zusammen. Unsere Kaufempfehlung hat Concept R mehr als verdient. Ein großartiges Produkt zu einem unglaublichen Preis! (h.g.)

Hersteller und Alleinvertrieb: Lautsprecher Teufel
Fotos: Teufel, HDTV-Praxis